50 Jahre Kurt Steimer in Berghausen - wir sagen „Danke“ und verabschieden uns von unserem Dirigenten.
Nach einem halben Jahrhundert musikalischer Aktivität beim Harmonikaring 1953 Berghausen e.V. verabschieden wir im Rahmen eines Jubiläumskonzertes am Sonntag, den 17. April 2005, unseren Dirigenten, Herrn Musikdirektor Kurt Steimer. Wir laden alle Freunde der Akkordeonmusik in und um Berghausen hierzu recht herzlich ein. Kein Name ist mit dem Harmonikaring Berghausen so eng verbunden wir seiner: Musikdirektor Kurt Steimer hat in Berghausen Akkordeongeschichte - und Vereinsgeschichte - geschrieben. Vor 50 Jahren hat Herr Steimer die musikalische Leitung des damals gerade einmal 2 Jahre alten Vereins übernommen. Das erste Konzert unter seiner Leitung fand bereits im Jahr darauf, am 14. Oktober 1956, statt. Bis heute durften wir für Sie in Berghausen und Söllingen unter seiner Leitung über 75 Konzerte veranstalten und Ihnen dabei rund 1000 Musikstücke zu Gehör bringen. In unser Festbuch zum 10-jährigen Vereinsjubiläum 1963 schrieb Herr Steimer als Grußwort: „Der Harmonikaring
1953 Berghausen hat sich zu einem guten und erfolgreichen Orchester entwickelt, aber auch zu einer gesunden und kameradschaftlichen Vereinigung und ich bin stolz, die musikalische Leitung des Vereins zu haben. Wir wollen auch in Zukunft ernsthaft an die uns gestellten Aufgaben herantreten, damit sich der Harmonikaring 1953 Berghausen weiterhin würdig in das kulturelle Geschehen seiner Heimatgemeinde einfügt.“ Herr Steimer hat durch seine Leistungen als musikalischer Leiter unserer Orchester während der vergangenen 50 Jahre in ganz besonderem Maße dazu beigetragen, dass wir diese Ziele erreichen konnten. Hierfür möchten wir uns bei ihm am 17. April nochmals ganz besonders bedanken. Wir hoffen, an diesem Abend viele Gäste aus nah und fern begrüßen zu dürfen und freuen uns gemeinsam mit unserem Dirigenten auf Ihren Besuch.
18.04.2005 Es war sein Abend....
Es ist nicht einfach, einen Mann zu verabschieden, der für den Harmonikaring Berghausen so viel geleistet und mit den Orchestern in 50 Jahren so viel erreicht hat, wie er.
Deshalb sollte es ein besonderer Abend sein, mit dem wir unsere Dirigenten, Herrn Musikdirektor Kurt Steimer, am vergangenen Sonntag verabschieden wollten.
Wir hofften, wir könnten während der 1 ½ Stunden unseres Programms dem Publikum vermitteln, wie sehr wir unseren langjährigen musikalischen Leiter auch heute noch achten und sein 50 Jahre dauerndes Wirken würdigen.
Nach der Reaktion des Publikums zu urteilen, ist uns das gelungen und darüber freuen wir uns sehr.
Neben dem Besuch befreundeter Vereinen aus Nah und Fern und der musikalischen Unterstützung durch „alte“ Weggefährten, wie etwa durch Werner Michels (Klarinette) oder Martin Girrbach und Frank Wenz (beide Trompete) freuten wir uns vor allem über die vielen ehemaligen Spielerinnen und Spieler, die spontan unserer Einladung gefolgt sind, sich an diesem Abend persönlich von Herrn Steimer zu verabschieden.
Es war ein „großer Bahnhof“ und ein gelungener Abend. Wir bedanken uns bei allen, die diesen Abend für Herrn Steimer zu einem – hoffentlich –
unvergesslichen Erlebnis werden ließen und freuen uns über den großen Zuspruch, den wir erhalten haben.
Die 100 weißen Rosen, die wir Herrn Steimer am Ende des Konzertes überreichten, waren Symbol unseres Dankes und unserer Anerkennung. Das blaue Band, das um jede einzelne Rose geschlungen war, war ein Band der Freundschaft und der bestehenden tiefen Verbundenheit zu unserem Dirigenten, der im Rahmen des Jubiläumskonzerts zugleich zum Ehrendirigenten des Harmonikaring ernannt wurde.
Sein Nachfolger, Ralf Schwarzien, ist nun gefordert, die erfolgreiche Arbeit der letzten 50 Jahre fortzuführen.
Wir sind überzeugt davon, dass ihm das gelingen wird.
Ein ausführlicher Bericht folgt in der nächsten Ausgabe des Gemeindeblattes.
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HRB „50 Jahre Kurt Steimer“
Kurt Steimer, er übertrifft namhafte Bandleader wie Max Greger, Peter
Herbolzheimer und auch Paul Kuhn. Einzig mit James Last zieht er den Kürzeren.
Was der Pfinztaler Musikdirektor nämlich vorweisen kann, sind 50 Jahre
gemeinsamen Weges mit dem Harmonikaring Berghausen (HRB). Nun feierte man noch
in großem Stil die „Goldene musikalische Hochzeit“. Danach aber trennen
sich die Wege, in gegenseitigem Einvernehmen. Dies ist verständlich und auch
akzeptabel. Man bedenke Kurt Steimer ist nunmehr 76 Jahre alt und eigentlich längst
im wohlverdienten Ruhestand. Der Mann, der maßgeblich den inzwischen 52 jährigen
Kulturverein zu einem renommierten Aushängeschild der Akkordeonszene gemacht
hat, ist älter geworden. Jung geblieben aber ist „sein“ HRB wozu dank fortwährend
fundierter Nachwuchs- und Ausbildungsarbeit selbst viel beigetragen hat. Mit Sträußen
von Rosen, die einzeln von zahlreichen musikalischen Wegbegleitern ihm überreicht
wurden, hatte das Abschiedskonzert sein Finale.
Die Schlussworte „Auf Wiedersehen“ die ein sichtlich gerührter Kurt Steimer
benutzte waren von ihm bewusst gewählt. Denn, so sagte er, auch künftig sehe
er als Verpflichtung dem HRB wann benötigt immer zur Verfügung zu stehen. Auch
der Vereinsvorsitzende Gerhard Girrbach würdigte die Person Kurt Steimer und
charakterisierte ihn mit den fünf Attributen Ausdauer, Engagement,
Geselligkeit, Persönlichkeit, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit.
Folglich besitzt der auch längst, mit einer Ausnahme, alle Ehrungen die
der Deutsche Harmonika Verband (DHV) und der HRB zu vergeben haben. Zum
Ehrendirigenten hat man ihn nun noch ernannt und dazu seine Ehefrau Gertrud die
ihn stets in seinem Wirken auch aktiv unterstützte zugleich zum
HRB-Ehrenmitglied befördert. Girrbach ließ auch die vielen Zuhörer in das
HRB-Notenarchiv blicken. Hier befinden sich zwischenzeitlich 55 Kompositionen
und 138 Bearbeitungen aus der Feder von Kurt Steimer. Selbstverständlich, dass
bei der Kombination aus Jubiläums- und Abschiedskonzert mehrere davon
erklangen. Überhaupt war das von Monika Hattemer moderierte Programm ein
Spiegel der diese fünf gemeinsamen Jahrzehnte aus vielerlei Sichtweisen
betrachtete. Am Dirigentenpult letztmals Kurt Steimer. Mit der gewohnten Umsicht
und Freude gab er dem 1. Orchester des HRB die musikalische Richtung vor.
Solisten taten ein übriges. Das Nachwuchs-Akkordeon-Trio Katharina Frey,
Daniel und Katharina Kling, das Trompeten-Duo Martin Girrbach und Frank Wenz und
Klarinettist Werner Michels setzten Glanzpunkte. Die eigentliche Überraschung,
weil nicht angekündigt, der nochmalige Auftritt des unvergessenen „Akkordeon
Ensemble Berghausen“.
Kurt
Steimer hatte dieses Quintett herausragender Musikanten 1980 installiert und nun
spielten Martin Enderle, Sabine Hirschmann-Habich, Andreas und Claudia
Michelberger, sowie Susanne Roßwag nochmals auf. Der Kreis schließt sich. Mit
„Neapolitanisches Ständchen“ wird jenes Stück intoniert, mit dessen Probe
Kurt Steimer 1955 beim Harmonikaring seinen Einstand gab.
Der Reigen der Zugaben er gipfelt mit „Danke schön und auf
Wiedersehen“, dabei singen alle in der TSV-Halle lautstark mit.
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(Bilder von Emil Ehrler)
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