
Vom 10. bis 13. Juni 2004 fand es statt: das 8. INTERNATIONAL WORLD MUSIC FESTIVAL in Innsbruck/Austria - und wir waren dabei! Einen kleinen Vorgeschmack davon, wie abenteuerlich und aufregend es werden würde, erhielten wir bereits beim Einladen des Gepäcks in den Bus, kurz vor der Abfahrt am Donnerstag, den 10. Juni frühmorgens gegen 8.30 Uhr: Denn am Ende des Bus-Stauraums war noch ziemlich viel Gepäck übrig (!), das wir dann aber nach kurzer Ratlosigkeit gekonnt auf den freien Sitzen und in den Fluren unseres 5-Sterne-Reisebusses verstauten. Schließlich hatten wir alles dabei: Akkordeons, Keyboards, Bass, Elektronium, Verstärker, Schlagzeug nebst Rhythmuskoffer, zwei Pauken , feste und flüssige Nahrung für die Fahrt und jede Menge Koffer für die Mitglieder unserer zwei Orchester und die Fans, die uns auf unserer Fahrt begleiteten.
Gegen 17.00 Uhr an Fronleichnam kamen wir gutgelaunt bei unserer Unterkunft, dem Gasthof „Reifen“ in Tulfes an. - Und da es sich dabei um einen Ersatz für ein zunächst ausgesuchtes Hotel handelte, war dann auch gleich ein neuer Namen für den Gasthof geboren. Während unseres Kurztrips nach Innsbruck nannten wir unseren Gasthof nur noch ERSATZ-Reifen. Abenteuerlich war für den einen oder anderen der Reiseteilnehmer denn auch schon mal der Heimweg zum „Ersatzreifen“ in den nächsten Tagen, denn was dem einen zur Vorbereitung auf unser Vorspiel die Orchesterprobe war dem anderen eine kostenlose Schnapsprobe, die vom Bauern eines nahe gelegenen Hofes angeboten wurde.
Für unser Jugendorchester war die Teilnahme an den Wertungsspielen in der Kategorie „Mittelstufe“ eine riesige Herausforderung, immerhin nahm das Orchester unter der Leitung von Ralf Schwarzien als erstes Jugendorchester in der nunmehr über 50-jährigen Vereinsgeschichte an diesem internationalen und hochkarätig besetzten Wertungsspiel in Innsbruck teil. All zu verständlich war deshalb auch die Nervosität, die sich nach ausgedehnten Proben am Donnerstagabend und Freitagvormittag rund eine Stunde vor dem Auftritt unter den Jugendlichen langsam breit machte. Doch als der letzte Ton des ersten der beiden Stücke, die die JugendspielerInnen den Wertungsrichtern zu Gehör brachten, verklungen war, war das Lampenfieber verflogen. Gerade noch rechtzeitig, bevor unser Dirigent, Ralf Schwarzien, den Einsatz zum zweiten Vortragsstück gab, drehte denn auch Marco, einer unserer Youngsters, in alter Profi-Manier noch gekonnt sein Notenblatt um, das bis dahin versehentlich auf dem Kopf stehend vor ihm lag. :o)) Bejubelt vom Publikum setzte unser Orchester dann seinen Vortrag fort. Unser Jugendorchester überzeugte die Jury durch eine klasse Leistung, die mit der Bewertung „ausgezeichnet“ und damit der zweithöchsten Bewertungsstufe belohnt wurde. Unter den 50 teilnehmenden Schüler- und Jugendorchestern, darunter Teilnehmer aus Österreich, der Slowakei und Australien, belegte das Jugendorchester des HRB in seiner Kategorie einen tollen 13. Platz. Hierzu gratulieren wir an dieser Stelle nochmals ganz herzlich.
Innsbruck 2004 hielt aber auch am Samstag, den 12. Juni eine Überraschung für uns bereit: Kurz vor dem Auftritt des 1. Orchesters mussten wir feststellen, dass unser Bass-Instrument den Geist aufgegeben hatte! Für einen Musiker ist ein anderes Instrument etwa vergleichbar mit dem Umstand, dass beim Fußball die Tore plötzlich nicht mehr auf der Längs- sondern auf der Breitseite des Feldes stehen. Aber auch diesen Schreck verdauten wir und Dank der Unterstützung durch das Akkordeonorchester aus Köngen, das uns kurzerhand seinen Bass zur Verfügung stellte, konnten wir an dem Wettbewerb dennoch teilnehmen. Die Jury bewertete unseren Vortrag der „Irischen Suite“ schließlich mit „sehr gut“.
Die Stimmung, die der Harmonikaring Berghausen im Rahmen der Preisverleihung
verbreitet ist nahezu schon legendär. Ausgestattet mit unseren einheitlichen
T-Shirts und Sweat-Shirts und allerlei Rhythmusinstrumenten machten wir uns am Sonntagvormittag auf zum Berg-Isel-Stadion, wo die
offizielle Abschlussveranstaltung des Wettbewerbs statt fand. Chinesische wie auch
australische Pressevertreter waren so begeistert, dass unser Auftreten sofort in Bild und Ton festgehalten wurde.
Im Kreis von rund 6.000 Akkordeonisten spürten wir einmal mehr, dass Musik tatsächlich keine Grenzen
kennt. Die Begeisterung, die von allen Akteuren der rund 170 teilnehmenden Orchester aus 10 Nationen
ausging, war überall zu spüren und wir freuen und schon jetzt auf das 9. Internationale
Akkordeonfestival in drei Jahren.
Nachdem - nun weitaus professioneller - am Sonntag dann alle Koffer wieder in den Bus verladen waren,
traten wir die Heimreise an und kamen gegen 20.00 Uhr wohlbehalten bei der Kulturhalle in Berghausen
an.
Zum Schluss wollen wir uns nochmals ganz herzlich bei denen bedanken, die in
besonderer Weise zum Gelingen unserer Reise beigetragen haben. Dies sind an erster Stelle unsere Dirigenten, Herr
Musikdirektor Kurt Steimer und Ralf Schwarzien, die unsere Orchester optimal auf dieses bedeutende
Wertungsspiel vorbereitet haben. Ein besonderer Dank gilt aber auch unseren Jugendleitern,
die für die Mitglieder des Jugendorchesters jederzeit ein offenes Ohr hatten und über alle vier Tage sowohl
Kofferträger als auch Tröster, „Motivator“ und Reiseleiter zugleich waren und dafür sorgten, dass in
der großen Stadt Innsbruck auch keine/r unserer Jugendlichen verloren ging.
Schließlich sagen wir „Danke“ zu dem Mann, der als Initiator und Organisator
dieser Reise einmal mehr Mädchen für alles war und uns ein „Rundum-Sorglos-Paket“ lieferte: Danke an unseren 1. Vorsitzenden Gerhard
Girrbach.
Das Jugendorchester des HRB nach seinem Auftritt beim Wertungsspiel in Innsbruck |
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